Der Stahl, der den Schienenverkehr in Bewegung hält

Ein Radreifen einer Lokomotive trägt über Tausende Kilometer hinweg hohe Lasten. Bremsscheiben nehmen die beim Bremsen entstehende Energie auf, während Drehgestellkomponenten die Kräfte zwischen Wagenkasten und Fahrwerk übertragen.

Die GMH Gruppe fertigt über drei ihrer Unternehmen Stahlprodukte für diese Anwendungen: Schmiedewerke Gröditz, Schmiedag und Pleissner Guss. Das Spektrum reicht von gewalzten Radreifen und geschmiedeten Bremskomponenten bis hin zu komplexen Stahlgussteilen.

 

Radreifen aus Gröditz

Schmiedewerke Gröditz fertigt Radreifen entlang einer Prozesskette aus Stahlherstellung, Schmieden, Ringwalzen und Wärmebehandlung.

Das Portfolio umfasst mehr als 100 Stahlgüten und Radreifen mit Durchmessern von 400 bis 2.100 mm. Durch das profilierte Ringwalzen lässt sich das Material bereits nahe an die gewünschte Endkontur bringen. Das reduziert die anschließende mechanische Bearbeitung.

Die Produkte kommen weltweit in Lokomotiven, Straßenbahnen sowie Metro- und U-Bahn-Systemen zum Einsatz.

Schmiedewerke Gröditz verfügt über die Q1-Lieferanteneinstufung der Deutschen Bahn und die herstellerbezogene Produktqualifikation (HPQ) sowie über Zulassungen für Märkte wie Großbritannien und Tschechien.

 

Geschmiedete Brems- und Radsatzkomponenten

Schmiedag fertigt Gesenkschmiedeteile für Bahnanwendungen, darunter Bremsscheiben, Naben und Radsatzkomponenten.

Die Fertigungsmöglichkeiten umfassen Schmiedeteile mit Gewichten bis etwa einer Tonne sowie eine eigene Wärmebehandlung und mechanische Bearbeitung. Kunden erhalten je nach Bedarf Schmiederohlinge, vorbearbeitete Teile oder vollständig bearbeitete und lackierte Komponenten.

Schmiedag verfügt außerdem über einen eigenen Werkzeugbau und setzt zur Qualitätsprüfung Magnetpulver- und Ultraschallprüfverfahren ein.

Für Bahnkomponenten besitzt das Unternehmen die herstellerbezogene Produktqualifikation (HPQ) der Deutschen Bahn.

 

Stahlgussteile für Fahrwerke und Kupplungs- und Zugeinrichtungen

Pleissner Guss in Herzberg produziert Stahlgussteile für Bahnanwendungen, darunter beispielsweise Hauptquerträger und Drehgestelllager für Drehgestelle (Fahrwerke) sowie sogenannte Kupplungsköpfe für Kupplungseinrichtungen.

Die Gießerei fertigt kundenspezifische Gussteile mit Gewichten von 150 kg bis 10 Tonnen und bietet Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung und Prüfung im eigenen Haus.

Zur Prüftechnik gehört ein 3-MeV-Linearbeschleuniger für die radiografische Untersuchung von Gussteilen mit Wandstärken bis zu annähernd 200 mm.

Im Rahmen eines 2025 abgeschlossenen Modernisierungsprogramms im Umfang von 6 Millionen Euro hat Pleissner unter anderem zwei kleinere Induktionsöfen (ITO) durch zwei größere, energieeffizientere Öfen ersetzt und zusätzliche optische 3D-Messtechnik eingeführt. Damit lassen sich fertige Gussteile noch schneller mit den CAD-Daten der Kunden vergleichen.

 

Stahl für den Schienenfahrzeugbau

Schmiedewerke Gröditz, Schmiedag und Pleissner Guss vereinen drei zentrale Fertigungsverfahren für Bahnkomponenten: Ringwalzen, Gesenkschmieden und Stahlguss.

Je nach Anwendung liefern sie Rohlinge, bearbeitete Teile oder einbaufertige Komponenten.

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