Schmiedepresse

Georgsmarienhütte/Wetzlar, 07.10.2026

GMH Gruppe nimmt eine der größten Freiformschmiedepressen Europas wieder in Betrieb

80-MN-Presse in Wetzlar stärkt Produktionskapazitäten für Anwendungen in Energie, Schifffahrt und digitaler Infrastruktur

Die GMH Gruppe nimmt die 80-MN-Freiformschmiedepresse bei Buderus Edelstahl in Wetzlar wieder in Betrieb, um auf die wachsende Nachfrage nach großen und hochkomplexen Schmiedekomponenten zu reagieren. Die Anlage zählt zu den größten Freiformschmiedepressen in Europa und baut die Position der Gruppe in strategisch wichtigen Industriezweigen aus, darunter Energieinfrastruktur, internationaler Schiffbau und digitale Infrastruktur.

Die GMH Open Die Forging Group bündelt Buderus Edelstahl, Schmiedewerke Gröditz und Kind & Co. unter einer gemeinsamen industriellen Struktur und vereint dabei ihre sich ergänzenden Kompetenzen in den Bereichen Freiformschmiedeteile, Werkzeug- und Edelbaustähle, gewalzte Ringe und umgeschmolzene Stähle. Gemeinsam decken die drei Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Stahlproduktion und dem Umschmelzen über das Schmieden und die Wärmebehandlung bis zur mechanischen Bearbeitung ab und erreichen eine Jahresproduktion von mehr als 100.000 Tonnen. Die GMH Gruppe investiert rund 30 Millionen Euro in die Open Die Forging Group, um die Standorte weiter zu integrieren, die Produktionstechnologie zu modernisieren und die Kapazitäten auszubauen.

Das Schmiedegeschäft der GMH Gruppe verzeichnete in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, das insbesondere von der Nachfrage aus den Energie- und Infrastruktursektoren getragen wurde. Mit der Wiederinbetriebnahme der Presse schafft das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten, um die Nachfrage nach Schmiedeteilen für Energiesysteme, maritime Anwendungen und Rechenzentrumsinfrastruktur zu bedienen. Die Gruppe rechnet zudem mit einer steigenden Nachfrage aus neuen industriellen Anwendungsbereichen wie der Fusionstechnologie und anderen Hochleistungstechniksektoren, die komplexe metallurgische Lösungen erfordern.

Darüber hinaus plant die GMH Open Die Forging Group eine weitere Expansion im Bereich Rund- und Flachstahl für Werkzeugstahl. Das Unternehmen sieht Wachstumspotenzial insbesondere in Asien und Amerika, wo die Nachfrage nach hochleistungsfähigen Schmiede- und Werkzeugstahllösungen weiter zunimmt.

„Mit der 80-MN-Presse gewinnen wir zusätzliche Kapazität und Flexibilität, um unsere Kunden bei anspruchsvollen Anwendungen zu bedienen“, sagt Monika Boh, Vorsitzende der Geschäftsführung der GMH Open Die Forging Group. „Insbesondere in den Bereichen Energie, Schiffbau und anderen anspruchsvollen Industrieanwendungen sehen wir eine wachsende Nachfrage nach großen Schmiedeteilen mit komplexen metallurgischen Anforderungen. Mit dieser zusätzlichen Kapazität in Wetzlar richten wir die Open Die Forging Group gezielt auf diese Nachfrage aus.“

Die Wiederinbetriebnahme der 80-MN-Presse ist Teil der übergeordneten Strategie der GMH Gruppe, die Produktions- und Wertschöpfungsketten der Open Die Forging Group weiter zu integrieren und zu stärken.

Schmiedeteile bei Buderus Edelstahl werden zunehmend aus Stahl hergestellt, der aus recyceltem Schrott in den Elektrolichtbogenöfen der GMH Gruppe in Gröditz, Bous und Georgsmarienhütte produziert wird. Im Vergleich zur konventionellen Hochofenroute lassen sich die CO₂-Emissionen dadurch um bis zu 80 Prozent reduzieren.
Gleichzeitig stärkt die GMH Gruppe ihr internes Produktionsnetzwerk und baut widerstandsfähige europäische Lieferketten für Industriekunden aus.

Dr. Alexander Becker, CEO GMH Gruppe

„Die Nachfrage nach großen und hochkomplexen Schmiedeteilen steigt in Branchen wie Energieinfrastruktur, maritime Anwendungen und digitale Industrien deutlich an“, sagt Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe. „Die Wiederinbetriebnahme der 80-MN-Presse gibt uns mehr Flexibilität, auf diese Nachfrage zu reagieren. Gleichzeitig vernetzen wir die Fähigkeiten unserer Standorte enger miteinander und stärken die industrielle Wertschöpfung in Deutschland.“

Die 80-MN-Presse ermöglicht die Herstellung großer Schmiedeteile mit anspruchsvollen metallurgischen Anforderungen. Innerhalb der GMH Open Die Forging Group decken integrierte Wertschöpfungsketten den gesamten Prozess von der Stahlproduktion über das Umschmelzen und Schmieden bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung ab.

Über die GMH Gruppe

Die GMH Gruppe ist ein Full-Service-Anbieter von Stahlprodukten, deren Spektrum von der schrottbasierten Stahlherstellung bis hin zu einbaufertigen Bauteilen reicht. Sie zählt zu den größten privaten Metallverarbeitungsunternehmen Europas. Die Gruppe umfasst mehr als 20 Standorte für Stahlherstellung, Schmieden und Gießen und beliefert Kunden in über 50 Ländern. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaftet die GMH Gruppe einen Jahresumsatz von etwa 2 Milliarden Euro.

Die GMH Gruppe produziert seit mehr als 30 Jahren Stahl im Elektrostahlverfahren auf Basis von Schrott. An ihren Elektrostahlstandorten produziert das Unternehmen Rohstahl mit rund 80 % geringeren CO₂-Emissionen als im herkömmlichen Hochofenverfahren. Indem die GMH Gruppe Stahlschrott recycelt und als wesentlichen Einsatzstoff nutzt, trägt sie zur Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz bei. Das Unternehmen bietet Stahllösungen für Kunden aus den Bereichen Automobilindustrie, Maschinenbau, Schienenverkehr, Energie, Logistik, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft und Baumaschinen an.

Die GMH Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Scope-1- und Scope-2-CO₂-Emissionen aus der Stahlproduktion bis 2039 auf null zu senken.

www.gmh-gruppe.de

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