Georgsmarienhütte, 13. April 2026

GMH Gruppe erreicht LESS-Klassifizierung A mit Green Power Premium Steel

Green Power Premium Steel ist nun durch den Einsatz von erneuerbarem Strom und biogenem Kohlenstoff in der höchsten Kategorie des Low Emission Steel Standard zertifiziert.

Die GMH Gruppe hat einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Dekarbonisierung der Stahlproduktion erreicht: Das Unternehmen ist nun in der Lage, Green Power Premium Steel mit der LESS-Label-Klasse A zu liefern.
Mit dieser Leistung stärkt die GMH Gruppe ihre Rolle als Vorreiter für klimafreundlichen Stahl und zeigt, dass Stahl mit stark reduzierten CO2-Emissionen bereits heute in Europa industriell hergestellt werden kann – zuverlässig, transparent und zu wettbewerbsfähigen Konditionen.

 

LESS A: die höchste Kategorie für emissionsarmen Stahl

Das LESS-Klassifizierungssystem bewertet Stahl anhand seiner nachgewiesenen Klimaleistung, Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Die Klassifizierung A stellt die höchste Stufe innerhalb der emissionsarmen Kategorien dar und liegt unmittelbar unter dem Status „Near Zero“.
Das Erreichen von LESS A bestätigt, dass der Green Power Premium Steel der

GMH Gruppe folgende Eigenschaften vereint:

  • besonders niedrige CO2-Emissionen,
  • einen hohen Anteil an recyceltem Schrott
  • und vollständig transparente, unabhängig verifizierte Product Carbon Footprints (PCF).

 

Ökostrom und biogener Kohlenstoff als wichtige Faktoren für die Herstellung von Green Power Premium Steel

Ausschlaggebend für die LESS A-Klassifizierung sind die konsequente Nutzung von erneuerbarem Strom und biogenem Kohlenstoff durch die GMH Gruppe:

  • 100 % erneuerbarer Strom versorgt die Lichtbogenöfen der GMH Gruppe und reduziert so die indirekten Emissionen aus der Stahlherstellung drastisch.
  • Biogener Kohlenstoff, der aus nachhaltiger Biomasse gewonnen wird, ersetzt fossilen Kohlenstoff in metallurgischen Prozessen und senkt so die fossilen CO₂-Emissionen weiter.
  • In Kombination mit einem hohen Schrottanteil führt dies zu einer CO₂-Reduzierung von bis zu 98 % in Scope 1 und 2 im Vergleich zum herkömmlichen Hochofenverfahren.

Im Gegensatz zu zukunftsabhängigen Konzepten auf Wasserstoffbasis ist dieser Ansatz bereits heute voll einsatzfähig.

 

Eine konkrete Lösung für die Automobilindustrie

Green Power Premium Steel wird bereits an Kunden aus der Automobilindustrie geliefert und sorgt für messbare CO₂-Einsparungen pro Fahrzeug. Sein entscheidender Vorteil: Technologieneutralität.

Er reduziert die Emissionen sowohl bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor als auch bei Elektrofahrzeugen und ist damit eine robuste Lösung im sich weiterentwickelnden EU-Regulierungsrahmen.

„Das Erreichen der Labelklasse LESS A mit Green Power Premium Steel zeigt, dass klimafreundlicher Stahl keine Zukunftsvision mehr ist, sondern bereits heute industrielle Realität“, sagte Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe. „Durch die Kombination von erneuerbarem Strom, biogenem Kohlenstoff und der Lichtbogenofentechnologie bieten wir unseren Kunden eine glaubwürdige und sofort verfügbare Möglichkeit, die Emissionen in ihren Wertschöpfungsketten deutlich zu reduzieren. Klimaneutraler Stahl aus deutscher Produktion – er ist bereits jetzt verfügbar.“

Stärkung der grünen Leitmärkte in Europa

Mit der Fähigkeit, Stahl der Klasse LESS A zu liefern, unterstützt die GMH Gruppe die Entwicklung grüner Leitmärkte in Europa. Transparente Standards wie LESS schaffen Vertrauen, Vergleichbarkeit und Investitionssicherheit – für Produzenten und Kunden gleichermaßen.

Die GMH Gruppe hält an ihrem Ziel fest, bis 2039 vollständige Klimaneutralität in den Bereichen Scope 1 und 2 zu erreichen, und investiert weiterhin in skalierbare Lösungen, die Umweltverantwortung mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit verbinden.

 

LESS setzt neue Maßstäbe für nachhaltigen Stahl

LESS wurde von Industrie und Politik entwickelt, um die Vergleichbarkeit und Transparenz bei der Bewertung von kohlenstoffarmem Stahl zu fördern. Der Standard basiert auf drei Kernelementen:

  1. Bewertung der Klimaleistung auf einer Skala von E (schlechteste) bis A (beste innerhalb der emissionsarmen Kategorien), ergänzt durch einen zusätzlichen „Near Zero”-Status. Diese höchste Einstufung kann nur erreicht werden, wenn die gesamte Lieferkette nachweislich dekarbonisiert ist.
  2. Offenlegung des Schrottanteils, der den Anteil an recyceltem Material angibt, das im Produktionsprozess verwendet wird.
  3. Informationen zum Product Carbon Footprint (PCF), der eine quantifizierbare und vergleichbare Messgröße für die CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette darstellt, einschließlich vorgelagerter Prozesse wie Stromerzeugung und Legierungsherstellung. Der Product Carbon Footprint (PCF) wird nicht innerhalb des LESS-Standards selbst bestimmt, sondern muss unabhängig überprüft werden. Dennoch wird von Stahlherstellern erwartet, dass sie den PCF des Endprodukts auf dem LESS-Label offenlegen.

Zusammen bilden diese Elemente einen transparenten Rahmen, der die Grundlage für grüne Leitmärkte in der europäischen Grundstoffindustrie bildet.

Über die GMH Gruppe

Die GMH Gruppe ist ein Komplettanbieter von Stahl als Vormaterial, erschmolzen aus Schrott, bis hin zu montagefertigen Komponenten. Sie ist eines der größten in Privatbesitz befindlichen metallverarbeitenden Unternehmen Europas. Zur Gruppe gehören mehr als 15 mittelständische Produktionsunternehmen der Stahl-, Schmiede- und Gussindustrie, die in mehr als 50 Ländern vertreten sind. Mit rund 6.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die GMH Gruppe einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Die GMH Gruppe ist ein Vorreiter in der nachhaltigen Stahlproduktion und wurde in den „Verband der Klimaschutzunternehmen“ aufgenommen. Basierend auf dem Recycling von Metallschrott produziert das Unternehmen grünen Stahl und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz von Elektrolichtbogenöfen an vier Standorten reduziert die CO2-Emissionen um das Fünffache im Vergleich zu herkömmlichen Hochöfen. Dadurch verringert sich auch der CO2-Fußabdruck der von GMH belieferten Kunden. Zu diesen zählen weltweit Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Bahntechnik, der Energieerzeugung, der Transportlogistik sowie aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft und Baumaschinen. Die GMH Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2039 vollständig klimaneutral zu sein. Weitere Informationen auf www.gmh-gruppe.de

Über LESS

LESS aisbl ist eine gemeinnützige Vereinigung mit Sitz in Brüssel und Eigentümerin des Low Emission Steel Standard. Sie vertritt derzeit europäische Stahlproduzenten, die fast 45 % der Rohstahlproduktion der EU abdecken. Zu den Mitgliedern zählen primäre und sekundäre Stahlproduzenten. Der Low Emission Steel Standard (LESS) bietet einen strukturierten Rahmen für die Bewertung, Klassifizierung, Kennzeichnung und Überprüfung von emissionsarmem Stahl. LESS ermöglicht es Stahlproduzenten, ihre Fortschritte bei der Dekarbonisierung auf transparente und vergleichbare Weise nachzuweisen und zu überprüfen, indem sie ein Zertifizierungssystem für emissionsarmen und nahezu emissionsfreien Stahl nutzen. www.lowemissionsteelstandard.org

Für Rückfragen

GMH Gruppe

Luciana Filizzola

Director Sustainability and Communications

Luciana.Filizzola@gmh-gruppe.de

bmb-consult – PR-Agentur GMH Gruppe

Dagmar Klein

Managing Director

d.klein@bmb-consult.com