DESU Einweihung

Essen, 21. September 2026

11-Millionen-Euro-Investition in Essen: Energietechnik Essen eröffnet neue Hightech-Schmelzanlage

Neue DESU-Anlage verdoppelt die Produktionskapazität für hochstickstoffhaltige Stähle (HNS®) und stärkt Essen und Nordrhein-Westfalen als Industriestandort

Die Energietechnik Essen GmbH (ETE), ein Unternehmen der GMH Gruppe, hat heute ihre neue Anlage für das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) in Essen eingeweiht. In die Schmelzanlagen des Unternehmens wurden mehr als 11 Millionen Euro investiert. Die neue Anlage verdoppelt die DESU-Produktionskapazität der ETE für stickstoffreiche Stähle (HNS®), die an Kunden weltweit geliefert werden.

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, weihte die Anlage gemeinsam mit Vertretern von Energietechnik Essen und der GMH Gruppe sowie mit Kunden und weiteren Gästen ein.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen in Deutschland baut ETE die Produktion in Essen aus. Das Unternehmen produziert hochspezialisierten Stahl für Kunden weltweit, mit wachsender Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und ausgewählten industriellen Anwendungen. Die zivile Luft- und Raumfahrt bietet derzeit ein besonders starkes Wachstumspotenzial. Mit der neuen Anlage steigt die jährliche DESU-Lieferkapazität von rund 1.300 Tonnen auf mindestens 2.600 Tonnen.

Die neue Anlage arbeitet bei Drücken von bis zu 40 bar und kann Blöcke mit einem Durchmesser von 430 bis 1.000 mm und einem Gewicht von 2 bis 18,5 Tonnen herstellen. Der Stabstahl von ETE ist im Durchmesserbereich von 3 bis 350 mm erhältlich. Zudem können auch andere Formate auf Anfrage angeboten werden wie z.B. Warmband Coils. ETE liefert von Essen aus stickstoffreiche Stähle an Kunden in Europa, den USA und Asien für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und der Industrie.

„Essen zeigt, wie Stahlindustrie der Zukunft aussieht: mehr Kapazität, mehr Hightech, made in NRW. Wenn Flugzeuge und OP-Bestecke Werkstoffe aus Essen brauchen, sichert das hier Arbeitsplätze – heute und morgen. Das ist Spitzentechnologie aus NRW, auf die sich die Welt verlässt,” sagte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen.

 

Spezialstahl aus Essen für internationale Märkte
Einer der wichtigsten Werkstoffe, die mit der DESU-Technologie von ETE hergestellt werden, ist Cronidur® 30, ein stickstoffreicher Stahl (HNS®), der in Wälzlagern, Aktuatoren, Pumpenkomponenten, Kunststoffformen, Extruderschnecken und Schneidinstrumentarien zum Einsatz kommt.

HNS® der GMH Gruppe kommen zudem in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz, unter anderem in Kugelumlaufspindeln, Präzisionswälzlagern, Aktuatoren sowie Fahrwerks- und Triebwerkskomponenten. In der Medizintechnik liefert ETE Werkstoffe für medizinische Instrumente, Wälzlager und Implantate.

Dank der zusätzlichen Kapazität kann ETE innerhalb der bestehenden Produktionsvorlaufzeiten größere Mengen fertigen und bietet den Kunden damit eine höhere Versorgungssicherheit.

Dr. Alexander Becker

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zu Essen, zu Nordrhein-Westfalen und zur industriellen Produktion in Deutschland. Energietechnik Essen liefert von hier aus hochspezialisierte Werkstoffe an Kunden auf der ganzen Welt. Wir investieren, weil wir an die technologische Leistungsfähigkeit dieses Standorts glauben und Chancen sehen, gemeinsam mit unseren Kunden in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und spezialisierten industriellen Anwendungen zu wachsen“, sagte Dr. Alexander Becker, Vorstandsvorsitzender der GMH Gruppe.

Investitionen in den Produktionsstandort Essen
Das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) ermöglicht es ETE, stickstoffreiche Stähle (HNS®) herzustellen. Bei diesem Verfahren sorgt der Druck dafür, dass der Stickstoff während des Erstarrens im Werkstoff verbleibt. Die erforderlichen Werkstoffeigenschaften werden anschließend durch Umformprozesse und Wärmebehandlungen gezielt eingestellt.

ETE hat zudem seine bestehenden Anlagen zur Elektroschlacke-Umschmelzung (ESU) für Werkstoffe modernisiert, die in Kappenringen zum Einsatz kommen. Diese Komponenten werden in großen elektrischen Generatoren für Kraftwerke, Gas-und-Dampf-Kraftwerke und die industrielle Stromerzeugung verwendet.

ETE arbeitet zudem daran, die Produktion effizienter zu gestalten und den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu steigern. Im Einklang mit der GMH Gruppe strebt das Unternehmen an, den Anteil erneuerbaren Stroms von derzeit rund 30 Prozent in Richtung 50 Prozent zu erhöhen.

 

Über die Energietechnik Essen GmbH

Die Energietechnik Essen GmbH aus Essen/Nordrhein-Westfalen ist weltweit der Spezialist für Kappenringe im Energiemaschinenbau und steht für Sicherheit bei Turbogeneratoren. Das Unternehmen entwickelt und fertigt zudem druckaufgestickte, hochkorrosionsbeständige martensitische Kaltarbeitsstähle mit überragender Zähigkeit bei maximaler Härte. Als Vormaterial für die Produktion dienen zumeist von Schwesterunternehmen bezogene Green Steel-Rohblöcke, welche in (Druck-) Elektroschlacke-Umschmelzanlagen (DESU/ESU) veredelt werden. Die Spezialstahlprodukte der Energietechnik Essen finden insbesondere Anwendung im Energiemaschinenbau, in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik sowie in der Lebensmittelindustrie.

Über die GMH Gruppe

Die GMH Gruppe ist ein Full-Service-Anbieter von Stahlprodukten, deren Spektrum von der schrottbasierten Stahlherstellung bis hin zu einbaufertigen Bauteilen reicht. Sie zählt zu den größten privaten Metallverarbeitungsunternehmen Europas. Die Gruppe umfasst mehr als 20 Standorte für Stahlherstellung, Schmieden und Gießen und beliefert Kunden in über 50 Ländern. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaftet die GMH Gruppe einen Jahresumsatz von etwa 2 Milliarden Euro.

Die GMH Gruppe produziert seit mehr als 30 Jahren Stahl im Elektrostahlverfahren auf Basis von Schrott. An ihren Elektrostahlstandorten produziert das Unternehmen Rohstahl mit rund 80 % geringeren CO₂-Emissionen als im herkömmlichen Hochofenverfahren. Indem die GMH Gruppe Stahlschrott recycelt und als wesentlichen Einsatzstoff nutzt, trägt sie zur Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz bei. Das Unternehmen bietet Stahllösungen für Kunden aus den Bereichen Automobilindustrie, Maschinenbau, Schienenverkehr, Energie, Logistik, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft und Baumaschinen an.

Die GMH Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Scope-1- und Scope-2-CO₂-Emissionen aus der Stahlproduktion bis 2039 auf null zu senken.

www.gmh-gruppe.de

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