Rettet die Bienen!

Aufräumtag reloaded: GMHütter machen gemeinsame Sache – und gestalten ihren traditionellen „Aufräumtag“ auf ungewöhnliche Art

Anders gestaltet werden sollte er in diesem Jahr, der übliche Aufräumtag der am Standort in Georgsmarienhütte. Etwas Sinnvolles sollte es sein, mit nachhaltigem Hintergrund. Kreative Teamarbeit wäre auch nicht schlecht. So waren die Vor­gaben für das Projektteam.

15.06.2019

Tage des Brainstormings folg­ten. Erste Einfälle wurden disku­tiert, neue Ideen entstanden und wurden wieder verworfen. Der Kaffee floss reichlich. Aber schließlich kam die Erleuchtung: Wir machen einen Teamaktions­tag mit dem Ziel „Insektenret­tung“. Der Betriebsrat, der gleich mit ins Boot geholt wurde, war begeistert von diesem Vorschlag und steuerte prompt auch einen passenden Titel bei.

So kam es, dass die GMHütte Mitte Juni einen Teamaktionstag „Rettet die Bienen!“ durchführte. Das Interesse der Kolleginnen und Kollegen war groß, ist doch das Thema „Insektensterben“ zwischenzeitlich in aller Munde. Jeder hat schon einmal davon gehört. Und viele wollen sich auch an Versuchen beteiligen, das Ruder hier doch noch einmal herumzureißen.

Für das Projektteam hieß es nun, in die Feinplanung einzustei­gen. Schnell war klar, dass es hier um die Schaffung einer Blüh­wiese gehen soll, um Bienen-hotels – einfach um einen neuen, artgerechten Lebensraum für bedrohte Kleintiere und Insekten.

Ein geeignetes Gelände fand sich schnell: eine bereits einge­zäunte, aber brachliegende Außenfläche der GMHütte in Has­bergen, in unmittelbarer Nähe der Bahnschienen, etwa 10 km vom Werksgelände entfernt. Dieses etwa 1.400 m2 große Areal erschien ideal für das Vorhaben am Team­aktionstag.

Auch die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte schloss sich nun an und brachte wertvolle Erfah­rungen und Kontakte ein. So kam es zur Zusammenarbeit mit Dr. Kai Behncke, dem Initiator des Insek­tenschutzprojektes „Blumiger Landkreis Osnabrück“. Das Pro­jekt legt gezielt Blühwiesen zum Zweck der Biotopvernetzung an.

Mit Dr. Behncke konnte die GMHütte einen Aktivisten gewin­nen, der sich mit der Frage der Insektenrettung bestens auskennt. Er war von Anfang an Feuer und Flamme und begleitete den Team­aktionstag mit Ratschlägen, Mate­rial und persönlichem Einsatz. Außerdem war die regionale Gärt­nerei Schönhoff aus Hagen a. T. W. mit dabei – ein erfahrenes Team, das sich rund ums Jahr auch um die Grünanlagen auf dem GMHüt­te-Gelände kümmert.

Bei so viel Fachkompetenz konnte gar nichts mehr schiefgehen. Und so traten knapp 100 arbeitswillige Kolleginnen und Kollegen am 15. Juni früh­morgens an, um die nachhaltige Projektidee des Planungsteams umzusetzen.

Gestartet wurde mit einem Frühstück bei der Werkfeuerwehr. Dann ging es mit einer Museums­bahn vom Werksgelände aus direkt zur Aktionsfläche. Dort war schon alles startklar: Am Rande der Fläche hatte die Werkfeuer­wehr bereits alle Materialien positioniert. Getränkekisten waren ebenfalls aufgereiht und auch ein Tanklöschfahr­zeug stand vor Ort. Nach einer kurzen Begrüßung und ersten Hinweisen auf die einzelnen Teil­projekte waren alle schnell mit Schutzhandschuhen und Werk­zeugen ausgerüstet.

Und dann ging es los: Die Kolleginnen und Kollegen teilten sich in etwa zehn Projekt­gruppen auf und erhielten an ihren jeweiligen Standorten detaillierte Arbeitsanweisungen inklusive Erklärungen. Da hieß es Steine schleppen und Trocken­mauern bauen und anschließend mit Steingewächsen bepflanzen. Auch fünf riesige Insektenhotels aus je sieben Paletten wurden konstruiert – Dach und Boden aus Metall und innen bestückt mit unterschiedlichem Nistmaterial. Diese Komfortunterkünfte beka­men sogar eine Dachbegrünung. Für weitere Insektenquartiere bohrten Kolle­gen jede Menge Löcher in zwei Baumstämme. Eine Totholzhecke zum Schutz für Igel und andere Kleintiere wurde geschichtet und eine große Blüh­wiese vorbereitet und eingesät. Nachdem man eine Lehmkuhle angelegt hatte, wurde sie mit Wasser gefüllt; sie bietet künftig die nötige Feuchtigkeit für alle Tiere, die sich in der Nähe ansiedeln.

Die einzelnen Teams, die sich durchweg aus Kolleginnen und Kollegen ganz unterschiedlicher Abteilungen zusammensetzten, hatten ziemlich viel Spaß mitein­ander. Es wurde gelacht und gearbeitet – echte Teamarbeit eben. Abteilungszugehörigkeit oder berufliche Position waren an diesem Tag einfach egal. Alle waren gleich, und man konnte auf Augenhöhe miteinander arbeiten und reden – das galt auch für die Kinder, die manche Kollegen mit­gebracht hatten.

Erstaunlich schnell verging der Vormittag. Dann war es auch schon wieder an der Zeit, in die Museumsbahn zu steigen und zum Werk zurückzufahren. Dort wurden die Akteure von der Werkfeuerwehr empfangen, die für ein ordentliches Mittagessen gesorgt hatte. Mit Teamgeist zur Insektenret­tung – das Vorhaben hat geklappt: „Gemeinsam etwas Sinnvolles für unsere Hütte tun“, das war die Grundstimmung, die an diesem Aktionstag deutlich spürbar war. Und zum Schluss waren sich alle einig: „Das war eine tolle Aktion. So etwas wollen wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder machen.“