Zukunftsträchtige Investitionen in den Standort

Neue Filteranlage im Stahlwerk Bous

28. Februar 2017. Die Stahlwerk Bous GmbH, Bous, ein Unternehmen der GMH Gruppe, investiert in den Umweltschutz sowie in die Zukunftsfähigkeit des Standortes und nimmt eine neue Filteranlage/Entstaubungsanlage in Betrieb. Die Anlage ist für die Vermeidung von Schadstoffausstoß optimal ausgelegt.

Es ist ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort in Bous  und ein eindeutiges Zeichen, wie auch zukünftig in Deutschland die Herstellung hochwertiger Stähle und Umweltschutz in Einklang gebracht werden können: Die Installation einer neuen Filteranlage im Stahlwerk Bous, die jetzt in Betrieb genommen wurde. 

War die Leistung der alten Anlage mit 560.000 Kubikmeter Abluft pro Stunde schon beeindruckend, wird dies von der neuen Technik mit 1,3 Mio. Kubikmetern pro Stunde mehr als deutlich übertroffen. Für den Bouser Drehstrom-Lichtbogenofen, der pro Schmelzvorgang bis zu 70 Tonnen Stahl produziert, ermöglicht die neue Technik  darüber hinaus weitere Leistungssteigerungen. Der Staubanteil in der aufwendig gefilterten Abluft reduziert sich auf unter 1 Milligramm pro Kubikmeter, was einer fünffachen Unterschreitung des gesetzlichen Grenzwertes von 5 Milligramm pro Kubikmeter entspricht.

Im Sinne der Transparenz und des Dialogs mit der Öffentlichkeit werden die gemessenen Werte in naher Zukunft auf der Internetseite des Stahlwerks Bous online veröffentlicht (www.stahlwerk-bous.de). Auch für die Wärme, die mit der abgesaugten Luftmenge aufgenommen wird, besteht eine Verwendung: Über einen Wärmetauscher ist die gesamte Wasserwirtschaft der Anlage an die betriebliche Fernwärme angeschlossen. 

Die Inbetriebnahme der neuen Filteranlage war allerdings nicht frei von technischen Heraus-forderungen: In den 1980er Jahren, als die alte Anlage ihren Betrieb aufnahm, waren Schornsteine keine festgelegte Vorgabe, die Abluft wurde über einen Diffusor an die Umwelt entlassen. Heute sind Schornsteine mit einer Höhe von 50 Metern zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen im Saarland zwingend vorgeschrieben. Ein solcher ließ sich nicht an die Altanlage anschließen. Diese bot aufgrund der gesteigerten Leistung im Stahlwerk auch nicht länger ausreichend Entstaubungs-leistung. Für die Aufnahme der deutlich größeren Haube über dem Ofen und der enormen Abluftleitungen mit bis zu 4,3m Durchmesser musste ein ausgefeiltes Statikkonzept her, da die Stahlwerkshalle die neuen Lasten nicht tragen kann. Über das Dach der Halle wurde eine 50 Meter lange und bis zu 20 Meter breite Stahlbrücke errichtet, an der die Lasten angehängt sind. Die Konzeption der Anlage ist sehr fortschrittlich: Das heiße Ofenabgas wird in einer Nachbrennkammer komplett verbrannt. Dadurch werden Schadstoffe zerstört. Anschließend wird das Gas mit kalter Luft schlagartig vermischt, eine sogenannte Quenchung des Abgases. Die Entnahme der Gase und Zusammenführung wurde mit CFD-Simulationen optimiert. Das Filterhaus besteht aus Fertigbetonelementen. Damit sind drei Vorteile verbunden: Das Filtern ist nach Außen akustisch und nach Innen thermisch isoliert. Die strömungsoptimierte Führung des Gases im Filter garantiert einen extrem niedrigen Druckverlust und damit niedrigste Energieverbräuche für die Ventilatoren. Dadurch erhält das Stahlwerk mehr Absaugleistung als geplant, was für ein besseres Klima am Arbeitsplatz sorgt. Die Anlage ist in Konzeption und Ausführung die modernste der Welt. 

„Die Investition  in niedriger zweistelliger Millionenhöhe in die neue Entstaubungsanlage ist ein klares und bewusstes Bekenntnis zur Zukunftsgestaltung und Fortentwicklung unseres Stahlwerkstandortes in Bous. Wir sind uns gerade in  Zeiten, die von hartem und in Teilen nicht fairen Wettbewerb in der globalen Stahlindustrie gekennzeichnet sind, unserer Verantwortung für Mensch und Umwelt bewusst“, so Franz Josef Schu, Geschäftsführer der Stahlwerk Bous GmbH. „Um unsere Nachhaltigkeit am Standort Bous zu sichern, sind wir in konstruktivem  Austausch mit den  zuständigen Gremien, um auch die infrastrukturelle Anbindung an das Werk noch weiter zu verbessern.“

Das Stahlwerk Bous beschäftigt rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von knapp 217 Mio. Euro. Das Stahlwerk gehört zur GMH Gruppe, deren Schwerpunkt in der Stahlerzeugung und Stahlverarbeitung liegt. Darüber hinaus ist sie in der Schmiede-, Bahn- und Guss-Technik aktiv. Derzeit beschäftigt die GMH Gruppe weltweit insgesamt 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  

Ansprechpartner

Klaus Schmidtke

Leitung Unternehmenskommunikation der GMH Gruppe