Massiver Leichtbau mit 1.000 Leichtbauideen und 217 kg Leichtbaupotenzial

Abschlusskolloquium am 11.10.2018 in Düsseldorf

24. Oktober 2018. Knapp 1.000 Leichtbauvorschläge für Fahrwerk, Antriebsstrang, Getriebe und antriebsspezifische Elektronik eines Hybrid-Pkw und für den Antriebsstrang eines konventionellen Lkw: Das ist das Ergebnis einer weltweit einmaligen Initiative mit Unternehmen aus der Stahlbranche und der Branche der Massivumformung. Die gemeinsam erarbeiteten Ideen beziehen sich auf den stofflichen und konstruktiven sowie auf den Fertigungs- und Konzeptleichtbau.

Das Gewicht von Fahrzeugen weiter zu reduzieren ist eine der entscheidenden Herausforderungen für die Automobilindustrie in naher Zukunft. Denn weniger Gewicht bedeutet geringere CO2-Emissionen durch Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, bessere Material- und Ressourceneffizienz, höhere Zuladungsmöglichkeiten, eine Erhöhung des Fahrerlebnisses und der Fahrsicherheit sowie last but not least ein unverzichtbarer Beitrag für die Umwelt. Stahl behält dabei eine zentrale Rolle dank seiner Leichtbauqualitäten durch moderne Stahlwerkstoffe. Die Initiative Massiver Leichtbau, eine Kooperation von Unternehmen aus der Stahlbranche und der Massivumformung, zeigt seit 2013 auf, welche noch unbekannten Leichtbaupotenziale bei massivumgeformten Stahlbauteilen in Antrieb und Fahrwerk liegen.

Die nun beendete Phase III startete im Juli 2017 mit 39 Kooperationspartnern aus Westeuropa, USA und Japan mit der Demontage und Dokumentation eines hybridisierten Allrad-SUVs mit Split-Axle-Antrieb durch die fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH, Aachen. In gleicher Weise wurden Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse eines schweren Nutzfahrzeugs demontiert. In einem Workshop Ende Januar 2018 beim fka in Aachen konnten 80 Vertreter der projektbeteiligten Unternehmen die über 4.000 ausliegenden Bauteile selbst beurteilen und im Hinblick auf mögliche Leichtbaumaßnahmen inspizieren.

Bei dem Hybrid-Pkw mit einer Referenzmasse der oben genannten Systeme von 816 kg summieren sich diese Leichtbauansätze auf eine Gewichtsreduzierung von insgesamt 93 kg. Für den Lkw-Antriebsstrang mit einer Referenzmasse von 909 kg können die Experten eine Gewichtsreduzierung um insgesamt 124 kg in Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse in Aussicht stellen.

In dem am 11.10.2018 im Stahl-Zentrum in Düsseldorf durchgeführten Abschlusskolloquium mit den Kooperationspartnern der Initiative wurden die wesentlichen Ergebnisse präsentiert. Die Sprecher der Initiative, Dr. Hans-Willi Raedt von der Hirschvogel Automotive Group für die Massivumformer sowie Dr. Thomas Wurm von der Georgsmarienhütte GmbH für die Stahlbranche führten durch das Vortragsprogramm. Die Teilnehmer, Fachleute für Stahlwerkstoffe und Massivumformverfahren, hatten viel Gelegenheit für fachlichen Austausch.

Ab Herbst startet eine intensive Kommunikation der Ergebnisse. Vertreter der Initiative halten im In- und Ausland Vorträge, die Initiative ist auf Fachmessen vertreten und bespielt redaktionell die nationale und internationale Fachpresse. Sie bietet auf ihrer Webseite einen neuen Erklärfilm mit einer Laufzeit von 2 min. sowie die dezidierte Ergebnispräsentation der Phase III mit vielen Leichtbaulösungen an.

Nun stehen die beteiligten Zulieferer vor der Aufgabe, ihre Lösungsvorschläge den bestehenden und potenziellen Kunden zu vermitteln sowie Überzeugungsarbeit bei Entwicklern, Konstrukteuren und Einkäufern zu leisten. „Die Initiative möchte den Austausch über Leichtbau entlang der kompletten Lieferkette Stahlherstellung – Massivumformung – Komponentenherstellung bis hin zum Einsatz im Automobil, befördern und neue Leichtbaulösungen auf Basis der Massivumformung in die Anwendung bringen“, erläutert Dr. Hans-Willi Raedt, Sprecher der Initiative für die Massivumformer.

Hier geht es zum neuen Film der Initiative Massiver Leichtbau.

 

 

 

 

 

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